NÜRTINGEN (hfwu). Das Programm EXIST Women, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, geht mit dem Stuttgarter Verbund und rund 60 Stipendiatinnen in die zweite Runde. Beim Kick-Off in Nürtingen konnten die zukünftigen Gründerinnen sich gemeinsam auf das Programm einstimmen.
Den Auftakt der Veranstaltung machte eine motivierende Videobotschaft von Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Deutsche Start-ups. Die Unternehmerin gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Gründerszene in Deutschland. „Nicht aufgeben – es ist ein Marathon und kein Sprint, da kommt der Erfolg nicht über Nacht und das ist auch nicht das Ziel der Übung, sondern Dinge zu schaffen, die nicht mehr weggehen, die Märkte und Industrie verändern“, ermutigte Pausder die jungen Frauen in ihren Vorhaben.
Zum Einstieg gab es für die Gründerinnen einen detaillierten Überblick über das Rahmenprogramm der Förderung. Alle Partnerhochschulen tragen verschiedene Teile des Programms bei, darunter u.a. ein Purpose-Workshop, LinkedIn- und Marketing-Training, KI-Formate, Co-Founder-Matching, Peer-Coaching sowie Prototypen-Design-Sessions. Das Konsortium besteht neben der HfWU aus der Hochschule Esslingen, der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM), der Hochschule für Technik Stuttgart (HFT), der Universität Stuttgart, der Universität Hohenheim und der Universität Tübingen.
Welche Inhalte und Themen mit einer Firmengründung in den Blick genommen werden sollten und wer hier im Rahmen des Hochschulnetzwerks welche Informations- und Workshopangebote macht, darum ging es im weiteren Programmverlauf. Die HFT etwa bietet im Gründungszentrum Plan G unter anderem Workshops zu den Grundlagen von Online-Marketing und Buchhaltung. Vertreterinnen der HDM Stuttgart und der Uni Tübingen stellten die jeweiligen Unterstützungsangebote am Gründungszentrum „Generator“ und am „Start-up-Center“ vor. Desgleichen gab es Informationen zu den Angeboten und Schwerpunkte der Gründerzentren an der Uni Hohenheim („Innovation Greenhouse“), an der Hochschule Esslingen („GründES“) und der Uni Stuttgart. Eine tragende Säule des Programms sind zudem individuelle Mentorings von erfahrenen Gründerinnen und Coaches, die ihr Wissen an die Stipendiatinnen weitergeben. Vorgestellt wurden die Personen von den Koordinatorinnen an den einzelnen Hochschulen.
Ein Highlight war das Podiumsgespräch unter dem Titel „Von der Idee zur Gründung“, bei dem erfahrene Gründerinneren konkrete Tipps und Hinweise aus der Praxis und den jeweiligen Branchen und Themenfeldern, von der Energie- bis zur Steuerberatung, gaben. Sarina Hötzel (Fünf Prozent), Aliena Leonhard (relionite), Dr. Julia-Sophie Ezinger (Rhome) und Agnieszka Walorska (mika) tauschten sich unter der Moderation von Tugba Küpeli (HfWU) und Andrea Fuhrer (HfWU) zu verschiedenen Fragen aus. Themen wie Risikobereitschaft, Teilzeitgründung, Vereinbarkeit und die Suche nach einem passenden Co-Founder wurden offen angesprochen.
Es bedarf eines guten fachlichen Know-hows, worauf bei einer Gründung zu achten ist, keine Frage. Aber bedarf es auch einer bestimmten Persönlichkeit? Als Antworten auf diese Frage kam aus der Runde, Mut haben spiele eine wichtige Rolle, selbstbewusst zu sein, aber auch reflektiert und fähig, Kritik annehmen und sich auf das Wesentliche fokussieren zu können. Und gleichzeitig offen zu bleiben, für den Blick über den Firmentellerrand hinaus. „Ich bin mehr als mein Start-up und mein Start-up ist mehr als ich“, brachte es eine Teilnehmerin auf den Punkt. Zum Abschluss des inhaltlichen Programms hatten die Gründerinnen bei einem „Gründerinnen-Grillen“ Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und das persönliche Netzwerk weiter auszubauen.